Wofür kann Blutplasma in der Medizin verwendet werden?

Immunglobuline

Eine mögliche Situation:
Eine Mutter beobachtet besorgt, dass ihr zweijähriges Kind immer wieder an den gleichen Infektionskrankheiten erkrankt. Diese Infektionen lassen sich nur durch den Einsatz relativ schwerer Antibiotika unter Kontrolle bringen. Der behandelnde Kinderarzt vermutet eine angeborene Immunschwäche. Eine Blutuntersuchung bestätigt, dass dem Kind im Blut Immunglobuline fehlen wichtige Eiweißstoffe. welche eingedrungene Krankheitserreger unschädlich machen.

Die Anwendung:
Heute sind etwa 70 verschiedene Formen von angeborenen Immundefekten bekannt. Sind davon nicht die Abwehrzellen selbst, sondern (die überwiegende Mehrzahl) Antikörper und andere abwehraktive Eiweißstoffe (Immunglobuline) betroffen, spricht man von humoralen Immundefekten. Kinder mit letzteren können sehr leicht behandelt werden: Sie erhalten regelmäßig (mehrmals pro Monat) ein aus Plasma gewonnenes Arzneimittel, welches ihnen die fehlenden Immunglobuline zuführt.

Die Wirkweise:
Immunglobuline (Antikörper) sind eine der wichtigsten „Waffengattungen“ des Immunsystems. Sie zirkulieren im Blut, „erkennen“ Krankheitserreger, binden sich an sie und machen sie damit unschädlich. Baxter isoliert Immunglobuline aus dem Blut gesunder Plasmaspender und stellt damit Arzneimittel her, welche deren Abwehrkraft auf erkrankte Menschen „übertragen“. Auch Organtransplantierten benötigen Immunglobuline, weil ihr Immunsystem medikamentös „gebremst“ wird, damit es das Spenderorgan nicht abstößt. Gleiches gilt für Krebspatienten, deren Immunsystem durch Chemotherapie oder Bestrahlung geschwächt ist.