Wofür kann Blutplasma in der Medizin verwendet werden?

Fibrinkleber

Eine mögliche Situation:
Ein Motorrad-Fahrer wird nach einem schweren Unfall im nächstgelegenen Krankenhaus einer Notoperation unterzogen. Der Chirurg erkennt unter anderem Verletzungen an der Leber und der Lunge, die behoben werden müssen.

Die Anwendung:
Beide Organe haben eine schwammartige Struktur. Kommt es zu einem Einriss, lassen sich die Gewebeteile mit der herkömmlichen chirurgischen Naht nur schlecht verbinden. Mit dem Fibrinkleber können jedoch auch solche schwammartigen Gewebeteile optimal zusammen gefügt werden. Der Fibrinkleber als Physiologisches Produkt hat überdies den Vorteil, dass das Wachstum von neuen Reparatur-Zellen gefördert und damit die Wundheilung beschleunigt wird. Der Fibrinkleber bildet eine gas- und flüssigkeitsdichte Naht beziehungsweise Klebestelle, was insbesondere bei Verletzungen der Lunge wichtig ist, aber auch beim Zusammenfügen von Blutgefäßen nach Operationen am Herzen.

Die Wirkweise:
Der Fibrinkleber ahmt den natürlichen Wundverschluss nach. Bei kleineren Verletzungen eines Gefäßes kann das Blut die Wunde selbst abdichten und verschließen. Daran sind zwei Proteine aus Blutplasma, Fibrinogen und Thrombin, beteiligt. Sie bilden, wenn sie miteinander reagieren, ein dichtes, relativ belastbares Gewebe aus Fibrinfäden. Baxter isoliert Fibrinogen und Thrombin aus Spenderplasma. Diese beiden Proteine stehen dem Chirurgen als biologischer Zweikomponenten-Kleber in Form einer Doppelkammerspritze zur Verfügung.